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Breitbandausbau: Wir lieben Kupfer!

2009 hat Angela Merkel flächendeckendes Breitband für alle versprochen. Umgesetzt werden sollte das bereits im darauffolgenden Jahr 2010. Seither wurden Versprechen gegeben, zurückgezogen, neu gegeben, korrigiert und nach hinten verschoben. 2013 versprach uns die Regierung, dass jeder Deutsche bis 2018 mit schnellem Internet von mindestens 50MBit pro Sekunde surfen kann. Geklappt hat auch dies nicht und jetzt steht auch das neueste Ziel -  flächendeckendes Gigabitnetz bis 2025, versprochen durch die Bundesregierung in 2016 - bereits ausserhalb des Machbaren. Korrigiert in 2017 auf ein mittel- bis langfristiges Ziel“.

Kupfer, Kupfer
Bis Anfang 2018 wurde auch fleissig weiterhin auf Kupferkabel statt auf Glasfaser-Netze gesetzt und Fördergelder nicht nur für den Ausbau des Glasfasernetzes zur Verfügung gestellt, sondern auch für das sogenannte „Vectoring“-Verfahren der Deutschen Telekom und damit den Erhalt der Kupferkabel. 

Die Weichen hierfür wurden bereits 1983 gestellt. Eine Milliarde Mark wurde damals für den Ausbau des Kupfernetzes zur Verfügung gestellt, obwohl bereits  damals der Wandel zu Glasfasernetzen erkennbar war. Selbst im fernen Japan stieß diese Entscheidung auf große Verwunderung, wie in einem Artikel aus „Der Spiegel“ nachzulesen ist. (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14018341.html). 

Die Deutsche Telekom AG, die nach der Privatisierung aus der Deutschen Bundespost hervorgegangen ist, hat noch in 2016 wie folgt argumentiert:

"Wir sind überzeugt davon, dass Kupfer längst nicht ausgereizt ist, und ich denke, man sollte auch im Sinne der Nachhaltigkeit bestehende Infrastruktur so weit ausnutzen wie es irgendwie möglich ist, bevor man sich entscheidet, sie komplett auszutauschen.“

Vectoring statt Glasfaser
Da standen wir im Internationalen Breitbandausbau-Vergleich auf dem vorletzten Platz. Die Bundesregierung ist - ganz nebenbei erwähnt - zu etwas mehr als 30% an der Telekom beteiligt. Durch Vectoring wird versucht, das letzte bisschen Leistung aus den vorhandenen Kupferkabeln herauszuholen, um teuere und zeitraubende Tiefbauarbeiten zu sparen. Leider wird hier zu kurz gedacht. Zum einen ist bei den anvisierten 50MBit Schluss, zum anderen kann selbst diese Geschwindigkeit nur auf Distanzen von wenigen hundert Metern erreicht werden. Viel folgenreicher ist aber die Quasi-Aufrechterhaltung eines Monopolisten. Denn Vectoring kann in einem Versorgungsgebiet immer nur von einem Anbieter durchgeführt werden, was zur Folge hat, das Mitbewerber der Telekom den Anspruch auf die sogenannte letzte Meile verlieren

2025, das sind noch 7sieben Jahre. Sieben Jahre in denen die Digitalisierung voranschreitet. Aber was ist eigentlich aus den zwischen 2015 und 2017 bereitgestellten 3,5 Milliarden Euro Fördergeldern für den Breitbandausbau geworden? Bisher wurden weniger als 2% dieser Summe für den Ausbau gefördert. Unter anderem auch in die Förderung von Vectoring. Das bisher nur ein kleiner Bruchteil an Förderungen ausgezahlt wurde, liegt unter anderem an komplizierten Antragsverfahren und den damit verbundenen, umfangreichen Ausschreibungen. 

 

Ja wo fliegen Sie denn?
Verantwortlich dafür ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Einen Plan zur Vereinfachung der Förderbedingungen gibt es wohl bereits. Aber bis 2025 ist ja auch noch ein bisschen Zeit.

Legen wir die Grundvoraussetzungen für schnelles Internet einfach beiseite und lauschen währenddessen den Ausführungen von Staatsministerin Dorothee Bär über die digitale Zukunft und Flugtaxis. Ja wo fliegen sie denn? 

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