ConRat WebSolutions GmbH

DSGVO-Gewinner: Facebook und Google

Nun ist es soweit, überall ploppen Sie auf die Cookie-Hinweise. Jede Seite ist nun damit zugepflastert - wie sinnvoll. Wissen Sie eigentlich, was der „gewöhnliche“ Internet-Nutzer mit diesen Hinweismeldungen macht? Nichts! Er lässt sie einfach stehen oder klickt achtlos auf ok. Beobachten Sie das mal. Cookie was?

Vor wenigen Wochen war die größte Lüge im Internet die „Ja, ich habe die AGB und Nutzungsbedingungen gelesen und stimme zu“ Checkbox unter nahezu jedem Bestell- oder Registrierungsformular. Heute ist es die „Ja, ich habe die 2.759 Wörter lange Datenschutzbestimmungen gelesen und bin natürlich damit einverstanden (kein Witz unsere Datenschutzerklärung hat exakt 2759 Wörter, zählen Sie nach!). Und was bitte soll diese „Ja ich weiß, dass meine Daten gespeichert werden wenn ich dieses Online-Kontakt-Formular absende“ Checkbox unter jedem noch so kleinem Kontaktformular? Wozu ist das gut? Wenn ich ein Kontaktformular absende ist doch klar, dass die Daten irgendwo gespeichert werden müssen, damit sie am anderen Ende irgendjemand lesen kann. Oder wird das auf einen Zettel geschrieben, an eine Brieftaube übergeben und zugestellt. Und selbst dann sind die Daten ja irgendwie auch auf dem Zettel gespeichert. 


Es kommt noch schlimmer
Und wenn erst einmal die noch ausstehende ePrivacy-Verordnung in Kraft tritt, finden wir vor jeder - dann abgedunkelten Webseite - erst einmal ein großes Hinweisfenster. Und bevor man überhaupt an irgendwelche Informationen kommt, muss man zustimmen dass Cookies gesetzt werden, der Besuch mit einer Analyse-Software ausgewertet wird und man die Datenschutzbestimmung gelesen hat. Besuche ich 50 Seiten am Tag, muss ich 50x das Fenster bestätigen, bevor ich an die eigentliche Webseite und die gesuchten Informationen gelange. Das nervt, da bleib ich doch gleich bei Facebook, da kommt kein störender Hinweis. Das war wirklich clever - super EU.

 

Kleinunternehmen erhalten weniger Daten
Das ganze geht völlig am Ziel vorbei, es trifft die Falschen. Jetzt werden wir von den amerikanischen Konzernen noch weiter abgehängt - und das zwangsreguliert durch die EU. Traumhaft gedacht! Bei den "kleinen" Unternehmen achten die Nutzer jetzt tunlichst drauf ja nicht zu viele Daten preiszugeben. Laut DSGVO müssen die Unternehmen sogar selbst dafür sorge tragen, dass auch nur die allernötigsten Daten abgefragt werden. Und ja, super, hier greift die DSGVO. Hier wird der Nutzer vorsichtiger und füllt nur noch die nötigsten Felder aus oder stellt gleich gar keine Anfrage mehr, da er durch die Hinweisfenster abgeschreckt wurde.

Hier stellen Blogbetreiber Ihre Seiten ein, es schließen kleine Online-Shops, hier findet sich ein Cookie-Hinweis auf jeder Seite. Auf jeder Webseite! 

 

375 DSGVO-Millionen für Anwälte
Allein in Deutschland haben Anwälte 375 Millionen Euro mit der Erstellung DSGVO konformer Datenschutzerklärungen verdient. 375 Millionen! Und nein, ich will hier nicht gegen die Anwälte wettern, die haben sich das ja auch nicht ausgedacht (oder doch?), aber mit der DSGVO wird ein Gesetzt geschaffen, dass den Unternehmen zukünftig Daten vorenthält und neben einer Menge Zeit auch noch hohe Kosten verursacht. Denn die Datenschutzerklärung auf der Webseite ist ja nur ein kleiner Teil der DSGVO. Also ganz zu schweigen von den Kosten die durch den zu schaffenden Papierkram noch entstanden sind und entstehen werden. Allein wir haben dank DSGVO jetzt über 100 ADV-Verträge mit unseren Webhosting-Kunden in einem Aktenordner - wunderbar.

 

DSGVO-Theoretiker
Die DSGVO wurde von Theoretikern erdacht. Sie war dafür gedacht, einheitliche Rahmenbedingungen zu schaffen und den europäischen Wettbewerb zu stärken. Und die DSGVO geht jetzt voll nach hinten los. Wir hängen uns noch weiter ab. Die Gewinner sind Facebook, Google und Amazon.

Der Besuch einer Webseite ist ohne Hinweis auf die Datenschutzerklärung und ohne belehrenden Text, dass die anonymisierte IP des Kunden mitgeloggt wird, damit man sein eigenes Web-Angebot optimieren kann, gefährlich für den User?

Neuerdings sind auch noch Facebook-Fanpages illegal. Denn nun ist nicht mehr Facebook als Plattformbetreiber für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben allein verantwortlich, nein ein Unternehmer, der eine Fanpage betreibt ist mit im Boot. Klar, kein Problem - wenn was nicht passt rufe ich kurz bei Herrn Zuckerberg an und bitte um Anpassung. Ach so, zu beschäftgt. Na gut, ziehen wir uns also aus Facebook zurück und verteilen wieder Flyer im Bäckerladen. Kein Problem.

Dass sich der User, bevor er eine Fanpage besucht, bei Facebook angemeldet hat wissen die in Brüssel aber schon? Dass der User, bevor er eine Facebook-Fanpage besucht bereits eine Menge Daten an Facebook übermittelt hat, wissen die auch, oder? Das Facebook Daten auswertet und damit nicht aufhört wenn der User auf eine deutsche Fanpage stößt wissen die nicht? Ok, dann wird mir ja einiges klar.

Natürlich liest jetzt jeder Besucher - vor dem Besuch meiner Fanpage - die dort verlinkte Datenschutzrichtlinie, die nun auch speziell für Facebook noch einmal auf der eigenen Webseite eingesetzt wird. Na klar. Und das macht er natürlich auch bei jedem Besuch einer Fanpage auf’s Neue. 

 

Wir haften mit und Facebook darf jetzt noch mehr
Dank der DSGVO darf jetzt übrigens auch endlich Facebook die Daten von WhatsApp ausgiebigst für die facebook-Plattform selbst nutzen. Was vorher aufgrund der deutschen Datenschutz-Gesetze verboten war ist jetzt für Facebook völlig legal. Denn nach der DSGVO gilt für Unternehmen ab sofort das Gesetzt des Landes in dem der Firmensitz gemeldet ist. Für Facebook ist das Irland und hier gibt es bzgl. der Datenweitergabe zwischen WhatsApp und Facebook keine so strengen Regeln, wie sie es in Deutschland vor der DSGVO gab. Hervorragend! In Irland sind auch die Steuern recht günstig - melden wir also unser Unternehmen um.

 

Das privacy-paradox
Aber das eigentliche Problem liegt tatsächlich woanders, wird nun aber dank DSGVO dafür sorgen, dass die einen mehr und die anderen weniger Daten erhalten.

Die User beharren zwar theoretisch auf mehr Datenschutz, gleichzeitig geben Sie aber bei den "großen", bekannten Plattformen bereitwillig alles preis. Durch die DSGVO folgt eine weitere Zentralisierung der Sammlung von Daten hin zu den amerikanischen Plattformen und weg von den europäischen Unternehmen.

Facebook, Google und Amazon erhalten mehr Daten, europäische Unternehmen erhalten weniger Daten. Denn wer verzichtet schon auf die großen Player Facebook und Google. Keiner - genau! Hier loggt man sich ein, stimmt den Bedingungen zu und fertig. Hier postet man Fotos, schreibt Texte, hinterlässt den Aufenthaltsort, sucht alles was man benötigt, informiert sich über körperliche Beschwerden, kauft ein und, und, und. Es gibt ja auch keine Alternativen und dank der DSGVO wird es diese in naher Zukunft auch nicht mehr geben. 

 

War das der Plan? 
Und jetzt ist tatsächlich die Bundesregierung aufgewacht und findet wir müssen uns im Bereich der künstlichen Intelligenz besser positionieren, um global nicht abgehängt zu werden. Warum sind die künstlichen Intelligenzen von Facebook, Amazon und Google den so gut? Wegen den wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Daten?

Danke EU!

 

 

nach oben

Diese Seite verwendet Cookies . Datenschutz