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Facebook brennt

Das Facebook Imperium brennt. Nun ist er da, der Tag an dem man sich die Frage stellen muss, was die Aktivitäten in fremden Netzwerken Wert sind. Der Tag an dem öffentlichkeitswirksam große Unternehmen und tausende Nutzer das Social-Media-Netzwerk Facebook verlassen und das stolz mit #deletefacebook kommentieren - in anderen Social-Media-Netzwerken wohlgemerkt - aber das ist ein anderes Thema.

Datenskandal
Auslöser dieser Massenabwanderung ist ein erneuter Datenskandal und das äusserst miserable Krisenmanagement seitens Facebook. Facebook stellt sich selbst als Opfer da - na klar. Schuld ist nicht Facebook, schuld ist ein Datenanlayse-Unternehmen, welches Daten von 50 Millionen Nutzern für die Trump-Kampagne missbraucht hat und diese ohne wissen der Betroffenen ausgewertet hat.

#deletefacebook
Facebook ist durch. Das unterschwellige Unbehagen, dass schon seit Jahren mitschwingt, bricht jetzt bei vielen Usern lautstark hervor. Unter dem Hashtag #deletefacebook findet man nun in den verschiedensten Sozialen-Netzwerken Nutzer die stolz verkünden das Netzwerk Facebook zu verlassen. Viel zu spät erkennen wir, dass wir selbst zu diesem Skandal beigetragen haben. Wir waren es, die täglich Nachrichten über Mahlzeiten, Urlaubsreisen, Kinder und auch sonst über allerhand langweiligste Freizeitaktivitäten preisgegeben haben. Freiwillig! Die allzu oft gehörte Aussage „Was ich poste, kann ruhig jeder sehen“ oder „Es interessiert sich doch niemand für mich“ zeugen vom mangelnden Wissen über unser Informationszeitalter. Haben solche Aussagen vor der Digitalisierung noch eine Daseinsberechtigung gehabt sind sie jetzt viel zu blauäugig. Das Problem ist, dass der Großteil der User das nicht weiß und auch nicht wissen kann. Suggeriert wird von den Plattformen dann nämlich etwas anderes.

In der heutigen Zeit können die Daten von Millionen Menschen automatisiert und ohne große Kosten ausgewertet werden. Und auch wenn die Information die man heute postet nur für Freunde interessant oder aus Gründen der Selbstdarstellung, der Suche nach Anerkennung und Bestätigung durch Likes veröffentlicht wird, könnte sie vielleicht in ein paar Jahren auch für andere interessant sein. Dann ist es vielleicht für Konzerne und Regierungen sehr praktisch, dass diese Informationen bereits in großem Stil zusammengetragen wurden. Mittels Algorithmen und künstlicher Intelligenz wird aus den Postings mehr Informationen gezogen, als es manch einer zu träumen wagt. Oder was glauben Sie, wofür man die Daten von 50 Millionen Facebook-Accounts zusammengetragen und für die Wahlkampagne von Herrn Trump ausgewertet hat. Weil alles ja ach so belanglos ist? George Orwell hat bereits im Jahr 1948 eine düstere Version des Überwachungsstaates beschrieben. Und das, was heute an Daten gesammelt und von Konzernen verarbeitet wird, ist weitaus mehr, als dass was er sich in seinem Roman „1984“ ausgemalt hat.

Aufwachen
Jetzt kommt der Moment des Aufwachens. Das Vertrauen in Facebook ist öffentlichkeitswirksam stark beschädigt, User verlassen zahlreich das Netzwerk. Denno hindern berufliche und auch persönliche Gründe viele Menschen daran, dass Netzwerk wirklich zu verlassen. Es wird nicht verschwinden, aber es wird sich verändern. Vor allem für Unternehmen wird es nun noch schwerer werden, nennenswerte Erfolge mit Social-Media zu erzielen. User sind verunsichert, Facebook hatte bereits vor dem Skandal ein Problem mit der zunehmenden Passivität und das wird sich nun noch mehr verstärken. Unternehmen die in den letzten Jahren vollständig auf Facebook gesetzt und Ihr Marketing auf Likes und Kommentare gestützt haben, die eigene Webseite aber sträflich vernachlässigt und es über die Jahre nicht geschafft haben die Facebook-Plattform auch dafür zu nutzen, eigene Datenbestände aufzubauen, schauen jetzt in dir Röhre. Dies werden die großen Verlierer sein. Das Netzwerk bleibt sicher bestehen, aber es ist beschädigt. Alle die Zeit, all die Mühe, die man in eine fremde Plattform gesteckt hat – alles irgendwann weg….einfach weg.

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