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08.11.2020

Geschäfte sterben

Seit Jahren boomt der Onlinehandel und wächst im zweistelligen Bereich. Der stationäre Handel dagegen ist in den letzten 10 Jahren mit gerade einmal 2% durchschnittlich gewachsen. Aber noch immer verweigern sich mittelständische Einzelhändler der Digitalisierung und auch wenn der Startschuss für den E-Commerce bereits vor über 20 Jahren gefallen ist, sind auch heute noch Hunderttausende Händler offline. Sie verweigern sich der Onlinewelt und beschränken sich auf den Verkauf ihrer Waren in der Innenstadt. Damit sind sie offline so gut wie nicht sichtbar und verlassen sich wie vor 20 Jahren darauf, dass Kunden weiterhin täglich ihr Ladengeschäft besuchen.


Lockdown-Light
Jetzt, im zweiten Lockdown, der zwar als Lockdown-Light die Öffnungen der Ladengeschäfte erlaubt, wird sich diese Digitalisierungs-Abneigung abermals schmerzhaft rächen. Für Käufer bestehen kaum noch Anreize die Innenstadt zu besuchen. Es gibt kein Kaffe und kein Kuchen, Restaurants sind geschlossen. Der Einkauf verkommt zur schnellen „Erledigung“ der dringendsten Bedürfnisse. Der Handelsverband Deutschland (HDE) vermeldet, dass es mit der Konsumstimmung wieder deutlich bergab geht. Da hilft auch hastiges und unstrukturiertes instagrammen nur noch bedingt.


Onlinehandel wächst um 15%
Der Onlinehandel dagegen konnte zum Vorjahreszeitraum im ersten Halbjahr 2020 eine Wachstumsrate von satten 15% hinlegen. Für den Onlinehandel sind die durchschnittlichen Ausgaben je Kauf um 20 Euro gestiegen, für den Einkauf im stationären Handel sind sie dagegen um 10 Euro zurückgegangen.

Auffällig ist laut einer Analyse von Ibi-Research, dass es fast ausschließlich kleine Händler sind, die auf digitale Anwendungen verzichten. Nur etwa 36% der kleinen Unternehmen beteiligt sich am E-Commerce. Die Gründe dafür sind immer die gleichen - keine Zeit, zu kompliziert, zu hohe Investitionen oder zu hoher Wettbewerb. Aber während die vermeintliche „Aufholjagd“ im Internet immer schwieriger wird, wird der Weg in Richtung leere Innenstädte kontinuierlich weitergehen.

Wo kein Wille, da kein Weg
Auch im Jahr 2020 ist das Internet für viele immer noch Neuland. Wie kann das sein? Trotz der Bedrohungen und trotz der Lock-Down-Erfahrungen sind noch immer viele Händler nicht bereit sich digital zu entwicklen. Wo kein Wille, da kein Weg. Wer eine Abneigung gegen Digitalisierung hat, wer im Internet den Feind oder nur viel Arbeit sieht, der ignoriert, was um ihn herum geschieht. Wer offline bleibt, der geht den Weg mit, den Gerrit Heinemann, Professor für Handel an der Hochschule Niederrhein, treffend formuliert hat: „Fachgeschäfte werden sterben wie die Fliegen“. (welt.de)
 

Kleine Schritte - großes Ziel
Alles beginnt mit dem ersten Schritt. Die Argumente sind haltlos, Digitalisierung bedeutet nicht zwangsläufig hoher Aufwand und hohe Kosten. Digitalisierung kann schrittweise erfolgen. Durch Zusammenschluss, durch Nutzung vorhandener Lösungen und durch sinnvolle Strategien. Sicher, ganz ohne Aufwand geht es nicht, aber der Aufwand bietet eine lohnende Perspektive. Bloßes hoffen auf bessere Zeiten und auf die Rückkehr der Kunden in die offline Welt, nimmt früher oder später ein schlechteres Ende.

Wenn wir nicht zukünftig ausschließlich bei amazon kaufen sollen, dann wird es Zeit liebe Händler. Denn noch bietet der Onlinemarkt zahlreiche Möglichkeiten.

Noch immer verweigern sich mittelständische Einzelhändler der Digitalisierung und auch mehr als 20 Jahre nach dem Start in den E-Commerce sind Hunderttausende Händler offline.
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