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15.12.2020

Geht doch bitte online!

Digitalisieren Sie sich!
Verbände und Experten warnen seit Jahren vor aussterbenden Innenstädten. Bereits der erste, durch die Corona-Krise verursachte Lockdown, hatte verheerende Folgen für den Einzelhandel. Nun ist der zweite Lockdown da und noch immer sind zahlreiche Händler keinen Schritt weiter in Richtung Digitalisierung gegangen. Vielmehr wurde sich auch dieses mal wieder auf vermeintlich etablierte Geschäfts-Modelle verlassen. Die Rückkehr der Kunden in die Läden nach dem ersten Lockdown wurde als „es geht doch weiter wie bisher“ angesehen und schnell waren Sie wieder da, die vermeintlichen „Ausreden“ keine Zeit, keine Zeit und es läuft doch so gut.

Erneut wurde es von vielen Händlern verpasst sich digital aufzustellen. Kaum droht der nächste Lockdown wird dann - abermals leicht panisch - mit Rabatten und verlängerten Öffnungszeiten auf Social-Media-Kanälen versucht die Kunden zu erreichen. Dass die Profile vorher tage- ja wochenlang fast unbenutzt vor sich hin schlummerten, kümmert da keinen - ausser die Algorithmen. Plötzlich wird gepostet was das Zeug hält, es wird ja "geliked" und auch "geteilt". Wo liebe Einzelhändler ist denn hier bitte die digitale Strategie?

Man könnte fast meinen, die Mehrzahl der Händler rennt sehenden Auges direkt in Richtung Ladenschließung oder hangelt sich mit Aussagen wie „es läuft super“, „der Laden ist voll“, „wir verkaufen ohne Ende“, von Lockdown zu Lockdown ohne auch nur einen Gedanken an eine digitale Strategie zu verschwenden.

Liebe Einzelhändler, Ihr habt doch selbst ein Handy - Ihr seid doch selbst online? Wo startet Eure Suche - bei Facebook und Instagram? Zwischen Sonnenuntergangsfotos, Influencer-Getue und Tanzvideos? Meine Suche startet da nicht. Wo sind die Daten für EUCH, wenn Ihr nur ab und an mal was in den Social-Media-Netzwerken postet? Reichen euch 20 Likes von Freunden und Stammkunden, um dem Ego zu schmeicheln und zu glauben, dass dies ein toller Erfolg ist? Ich will Social-Media nicht grundsätzlich verteufeln. Sie können funktionieren. Sie können sogar gut funktionieren - aber auch hier nur mit Strategie, einem Ziel, viel Ausdauer und Geld. Nicht mit "ab und an" mal was posten.

Wo können Ihre Kunden während dem Lockdown bei Ihnen einkaufen? Wie werden Kunden auf Sie aufmerksam? Können Sie Ihre Kunden direkt ansprechen, haben Sie einen eigenen Datenbestand und einen Online-Shop? Oder hoffen Sie, dass das schon alles wieder wird, wie es immer war? Nein, das wird es nicht!

Schon heute beginnen über 80% der Suchen nach Produkten online - nicht stationär. Das Argument der besseren Beratung im Einzelhandel kippt auch zusehend. Alle benötigten Informationen sind heute nur noch einen Klick entfernt. Neben Produktvideos, Bewertungen und ausführlichen Tests finden sich da in der Regel auch schnell ein "Kaufen"-Button.

Das Titelbild für diesen Blog haben wir übrigens ganz bewusst gewählt. Es stammt von einem regionalen Anbieter - einem Anbieter aus dem Werra-Meißner-Kreis mit Ladengeschäft. Dieser Anbieter hat einen Shop, den er mit uns gemeinsam bereits seit Jahren aufbaut. Er verfügt heute über digitale Kundendaten, die er sammelt und die er direkt per Mail kontaktieren kann. Er nutzt auch Facebook, um neue Kunden zu gewinnen - im Mittelpunkt der Strategie steht aber nicht die Facebook-Fanpage oder der Instagram-Account sondern der eigene Online-Shop und die Daten in eigener Hand.

Das sind die richtigen Schritte. Auch wenn nicht sofort hunderte Bestellungen eintreffen, könnten sie es aber in einer nahen Zukunft. Dafür benötigt man eine Strategie und den Willen etwas digital umzusetzen. Das Foto zeigt übrigens die Bestellungen vom letzten Wochenende - die am Montag in den Versand gingen. Das lässt sich sehen, oder?

Aufwachen! Der Online-Handel wächst und wächst, der Einzelhandel stagniert. Corona hat das ganze beschleunigt. Amazon stellt tausende Mitarbeiter ein, baut eine eigene Versandflotte auf. Jetzt ist sogar die Politik aufgewacht und will den sterbenden Einzelhandel retten. Die Probleme ziehen sich quer durch das Land. Läden sterben überall.
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